Die Legende um die Erfindung des Schach

Ein habgieriger und grausamer König, der viele Länder erobert und an sich gerissen hatte, dünkte sich als der mächtigste Eroberer. Deshalb geriet er in Zorn, als ihm die Worte eines armen Weisen zu Ohren kamen, dass ein König ohne sein Volk nicht einen Sieg erringen könnte. Der König befahl den Weisen in seinen Palast und verkündete ihm: "Wenn Du Deine Worte nicht beweisen kannst, wirst Du hingerichtet. Eine Nacht sei Dir zum Überlegen gegönnt."

Der Beweis für seine Behauptung gereichte dem Weisen zur Ehre: Er überbrachte dem König ein originelles Spiel, das Schachspiel, dessen Regeln überzeugend darlegen, dass ein König ohne Hilfe seiner Figuren (das Volk) keine Partie zu gewinnen vermag.

Dem König gefiel das Schachspiel so, dass er dem Erfinder vorschlug, sich eine Belohnung zu wünschen. Wie verwundert war er allerdings, als der Weise weder Gold noch Edelsteine haben wollte, sondern lediglich Weizenkörner! Genauer gesagt, der Weise verlangte ein Weizenkorn auf das erste Schlachtfeld, zwei auf das zweite, vier auf das dritte, acht auf das vierte und so fortlaufend immer das Doppelte an Weizenkörnern.

Der König glaubte, einige Säcke Weizen würden reichen und befahl seinen Dienern, die geforderte Weizenmenge auszurechnen. Es stellte sich jedoch heraus, dass eine solche Menge nicht vorhanden war, selbst wenn die Ernte der ganzen Welt zur Verfügung stünde. So war, wie die Legende schließt, der hochmütige Herrscher wiederum beschämt.

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