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Tammer Jugendmannschaft bei den Deutschen Meisterschaften in Chemnitz

Am 2. Weihnachtsfeiertag gings per Regionalzug nach Chemnitz. 7 Stunden waren wir insgesamt auf der Schiene und durchquerten mal kurz Süddeutschland. Die Zeit vertrieb man sich unter anderem mit Kartenspielen und ein bisschen Analyse.


Im Zug nach Chemnitz : Alex (abgeschnitten) und Daniela Schäfer, Sören Kaiser, Jan-David Lange

Von Nürnberg bis Chemnitz erfreuten wir uns zeitweise den Ansagen des sächsisch parlierenden Zugführers. Ein kleiner Vorgeschmack auf Land und Leute. Nachdem wir um 19 Uhr in Chemnitz im Bahnhof ankamen, mussten wir mit den Koffern noch eine 20-minütige Strecke zu Fuß in Kauf nehmen, bis wir endlich im ersehnten Spiellokal und Hotel ankamen. Der Anblick des Zimmers offenbarte reinen Luxus:


Ein riesen Flachbildschirm zum Fernseh schauen



Vom Zimmer gings schnell ins Turnierleiterbüro, damit die Auslosung beginnen konnte. Natürlich gleich erst mal falsch nämlich nach Alphabet statt nach Setzliste. Aber das kennt man ja als erfahrener Turnierspieler ;). Der erste Gegner hieß wie schon fast erwartet Dillingen. Am Abend bereiteten die Spieler sich noch ein bisschen bevor man sich dann erschöpft von der Reise ins Bett legte. Der Betreuer Michael Stegmaier wohnte zeitgleich der Turnierbesprechung bei. Wie schon von der Deutschen Schachjugend angekündigt galt die 0 –Minuten Karenzzeitregelung. Die Spieler mussten punkt 9 Uhr bzw. 15 Uhr im Turniersaal sein, ansonsten geht die jeweilige Partie verloren. Alle bekamen das Ganze sehr gut hin und es gab auch im Turnierlauf keine Partie die deswegen verloren ging.


Was Jan-David wohl denkt? (Im Bild J-D, Daniela, Sören, Stefan Döring)

Es fing sehr gut an gegen Dillingen. Daniela Schäfer gewann recht schnell zwei Bauern im Mittelspiel und Sören Kaiser stand zwar etwas passiv aber dennoch solide gegen seinen nominell stärkeren Gegner. Auch Stefan Döring konnte die Qualität gewinnen . An den Brettern 1-3 war alles sehr unklar, aber die hinteren Bretter versprachen ordentlich Punkte. Leider wendete sich das Blatt recht schnell. Sören verpasste den richtigen Verteidigungszug und verlor seine Partie. Daniela übersah eine taktische Kombination die zum Figurenverlust führte und auch die vorderen Bretter hatten starke Probleme. Nur Stefan Döring konnte am Ende einen Sieg für Tamm verbuchen. >1:5

Am Nachmittag gings gegen die sächsische Mannschaft aus Stadtilm. Der Betreuer nutzte die Zeit um die nächste Tankstelle aufzusuchen. Die Spieler hatten Durst und es war Sonntag nach einem Feiertag, sodass keine andere Möglichkeit blieb um den teuren Getränkepreisen im Hotel zu entgehen. Zwar hatten wir Vollpension, aber da wir nur die Hälfte des üblichen Preises bezahlten, gabs keine Getränke zu den Mahlzeiten und es durfte auch nur einmal Essen geholt werden. Schon nach 17 Zügen gewann Jan-David die Partie aufgrund eines Turmeinstellers des Gegners. Daniela einigte sich mit ihrer Gegnerin auf Remis und auch Stefan bekam ein Remisangebot. Es wurde ihm jedoch geraten weiterzuspielen. Dies zahlte sich wenige Züge später aus, da auch dieser Gegner den Turm einzügig einstellte. Andreas stand lange Zeit sehr ausgeglichen, im Endspiel unterlief ihm leider ein tragischer Fehler, sodass er seine Partie aufgeben musste. Alexander überspielte seine Gegnerin langsam und sorgte somit für den knappen 3,5:2,5 Sieg. Abends ging man dann noch in die Stadt - auf der Suche nach einem Mac Donalds. Man hatte sich gegen das Hotelessen entschieden. Nach einem langem Fußmarsch ließen wir uns es richtig gut gehen und sorgten für jede Menge Arbeit für die Mac Donalds Angestellten ;).


Runde 3 gegen Hamburg: Andreas Döring und Alex Schäfer links

Am Montag ging es dann gegen den SC Königsspringer Hamburg. Andreas Döring, Jan-David Lange und Stefan Döring konnten Partien gewinnen und Daniela Schäfer reichte ein Remis für 3,5-2,5 Sieg gegen die nominell stärkeren Hamburger. Der Betreuer nutzte derweil die Zeit Chemnitz zu erkunden. Auf der Suche nach Getränken, Postkarten, Briefmarken und sehenswerten Plätzen:


Das Schloss neben dem Penta Hotel (Stadtteil Schlosschemnitz)


Das Theater nahe des Stadtzentrums


Darf ich vorstellen? Karl Marx mit dem Manifest der kommunistischen Partei: Proletarier aller Länder vereinigt euch!


Das Stadtzentrum


Wieder zurück - es geht gegen Brackel (NRW) !

Wie gegen Dillingen fing hier alles sehr gut an. Sören Kaiser tauschte seinen Turm gegen 2 Figuren und konnte Vorteil erlangen. Jan-David gewann einen Bauern. Daniela wickelte in ein remisiges Endspiel ab und einigte sich auf Unentschieden. Alexander stand vorteilhaft und verwertete die Stellung zum Sieg. Leider übersah Sören eine Kombination und verlor dadurch auch die ganze Partie. Auch Stefan und Andreas mussten sich geschlagen geben und bei Jan-David reichte der Mehrbauer nicht über ein Remis hinaus: 2-4 Endstand.


Runde 5 gegen Aufbau Elbe Magdeburg

Wieder ein nominell ebenbürtiger Gegner. Im 5. Zug bekam Sören Kaiser ein Remisangebot. Dies schien ihm dann doch etwas komisch, sodass er weiterspielte. Am Abend zuvor stand Schlittschuhlaufen in der großen Eishalle in Chemnitz auf dem Programm. Profis führten Kunststücke vor und man konnte sich auch selber beim Eislaufen versuchen, was unser Betreuer auch tat. Dort übernahmen sich die Magdeburger jedoch ein wenig mit dem Glühwein, was auch der Grund für die frühen Remisangebote an Sören Kaiser und Alex Schäfer war. Umso bedauerlicher war es, dass beide ihre Partien verloren. Dennoch Jan-David Lange und Stefan Döring gewannen ihre Partien und Daniela willigte ins Remis ein. Andreas hatte 2 Bauern mehr im Endspiel und stand klar auf Gewinn. Alles sah nach einem Sieg aus, doch leider übersah der Tammer Spitzenspieler ein einfaches Schach mit Figurenverlust. Nun hieß es ums Remis kämpfen und das 3-3 halten. Ein richtiger Krimi, aber Andreas kämpfte tapfer, ließ sich durch den vorher gemachten Fehler nicht einschüchtern und hielt schließlich Remis! 3-3 Endstand.

Am Nachmittag musste man gegen die Mannschaft vom Brackweder SK aus NRW antreten. Ein harter Kampf der schließlich 1,5-4,5 ausging. Doch so eindeutig sah es die meiste Zeit gar nicht aus. Jan-David stand die meiste Zeit auf Gewinn, überzog seine Stellung letzten Endes und verlor die Partie. Auch bei Andi sah es sehr gut aus, aber die Stellung war sehr kompliziert für beide sodass man sich auf Remis einigte. Auch Sören hatte deutlichen Vorteil, verspielte diesen jedoch wieder in Zeitnot. Ein etwas enttäuschender Tag für die Jungs und das Mädel ;) vom SC Tamm. Man war nun immer noch 10. in der Tabelle. In der letzten Runde gings gegen die württembergischen Kollegen aus Heilbronn. Nach kurzer Spielzeit einigte man sich relativ schnell auf Remis 4:4. Nach einer langen Heimreise war man dann gegen 18 Uhr wieder in Tamm angelangt. Der Endstand war dann etwas enttäuschend: Platz 14 aber punktgleich mit dem 9. Es teilten sich also 6 Mannschaften punktgleich die Plätze 9-14 nur getrennt durch Feinwertung. Also alles in allem doch ein sehr erfolgreiches Turnier!

Score:

Andreas Döring 2,5 /7
Alexander Schäfer 2,5/7
Jan-David Lange 4/7
Daniela Schäfer 3/7
Sören Kaiser 0,5/7
Stefan Döring 5/7


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