Sie kamen, spielten und überraschten alle –
Goethe Gymnasium Ludwigsburg Deutscher Vizemeister im Schach



Jan-David Lange führt Ludwigsburger Schulschachteam in Templin zur Deutschen Vizemeisterschaft in der WK 3 (Altersklasse U15). Tobias Müller, Simon Weissbeck, Sebastian Müller und Till Ameln standen ihrem Mannschaftsführer aber in nichts nach und sorgten für den größten Erfolg in der Schulschachgeschichte des Goethe Gymnasiums.

Als bereits fünf Minuten nach Turnierbeginn die Tränen auf Ludwigsburger Seite nach einem Fehlgriff nur so in Strömen flossen, konnte niemand ahnen, was 50 Stunden später Realität sein sollte – Platz 2 hinter dem haushohen Favoriten „Sportgymnasium Dresden“. Im Gegenteil – die Befürchtungen, die Mannschaft könne die Ausfälle von zwei Stammspielern nicht verkraften erhärteten sich. Die junge Mannschaft zeigte jedoch Moral und entschied die erste Runde gegen das Gymnasium Lebach (Saarland) mit 3:1 für sich. Die zweite Runde gegen die Hohe Landesschule aus Hanau (Hessen) war der erste Stolperstein im Turnier. Hanau gewann diese Runde mit 3,5:0,5 Punkten. Aber die Ludwigsburger ließen sich nicht entmutigen, immerhin waren die Hanauer an allen Brettern stärker besetzt als sie selbst. Die nächste Runde wurde locker und souverän mit 4:0 Punkten gegen das Schulzentrum Finndorf (Bremen) gewonnen. In der 4. Runde traf man auf das Gymnasium S. Ursula aus Hannover (Niedersachsen). Auch diese Runde wurde souverän gemeistert und endete mit 3,5:0,5 Punkten für Ludwigsburg. Aber die nächste schwierige Hürde ließ nicht lange auf sich warten. In der 5. Runde spielte Ludwigsburg gegen das Gymnasium aus Schifferstadt (Rheinland-Pfalz), die nominell drittstärkste Mannschaft des Turniers. Jan-David Lange überspielte an Brett 1 seinen Gegenüber Markus Mandery, der nominell wesentlich stärker war als er selbst. Aber auch die anderen Ludwigsburger ließen ihren Mannschaftsführer nicht hängen und letztendlich ging die Partie überraschenderweise 3:1 für Ludwigsburg aus. Ab Runde 5 spielte Ludwigsburg an Tisch 2. Die Gegner wurden langsam auf Ludwigsburg aufmerksam, denn – Ludwigsburg rollte das Feld von hinten auf – so die Aussage eines Betreuers aus Dresden. In Runde 6 traf man auf das Gymnasium aus Sömmerda (Thüringen). Es wurde noch einmal kräftig gekämpft und am Ende des Spiels stand es 2:2. Nun fingen die Betreuer an zu rechnen, denn auch nach der 6. Runde lag Ludwigsburg immer noch sensationell auf dem 2. Platz. Die letzte Runde musste nämlich gegen den schon vor Schluss des Turniers feststehenden Deutschen Meister aus Sachsen angetreten werden. Für Ludwigsburg wäre ein Sieg natürlich die Überraschung, aber auch ein Remis gegen Dresden würde reichen, wenn Hanau gegen Verl höchstens 2,5:1,5 verlieren oder unentschieden spielen würde. Aber die Jungs ließen sich von nichts ablenken und traten die letzte Runde locker an. Es wurden erst noch von beiden Seiten Fotos gemacht bevor die Runde startete. Die Betreuer zogen es vor, nicht am Brett zu stehen, sondern packten schon mal das gesamte Gepäck der Kids in die Autos. Nach einer halben Stunde Spielzeit wollten sie einen ersten Blick auf die Bretter wagen – aber, was war das? Da kamen die Ludwigsburger Spieler schon zur Tür heraus. Der Mannschaftsführer zeigte lediglich eine Zwei mit seinen Fingern. Die Betreuer konnten es nicht glauben, die Mannschaft hatte tatsächlich ein Remis gegen Dresden geschafft. Aber der 2. Platz war ja noch nicht sicher. Es musste weiter gezittert werden. Nun fing man auch noch an, mit anderen Mannschaften zu fiebern. Kurz vor 11.00 Uhr war es dann Gewissheit. Verl gewann gegen Hanau 2,5:1,5 und somit war Ludwigsburg der neue Deutsche Vizemeister. Eine unglaubliche Leistung der jungen Mannschaft, mit der niemand gerechnet hat. Die Freude war riesengroß. Die Betreuer konnten es gar nicht fassen. Aber spätestens bei der Siegerehrung wurde es dann allen klar – es stimmt, Ludwigsburg ist Deutscher Vizemeister im Schulschach der WK 3 im Jahr 2005.
Der Mannschaftsführer, Jan-David Lange, verpasste nur knapp die Ehrung zum besten Brett 1 Spieler, er erreichte ein herausragendes Ergebnis mit 5,5/7 Punkten. An Brett 2 erreichte Tobias Müller 3,5/7 Punkte. Simon Weißbeck erspielte sich 3,5/6 Punkte und an Brett 4 wechselten sich Sebastian Müller mit 2,5/4 Punkten und Till Ameln mit 3/4 Punkten ab. Überraschenderweise gewann Till Ameln auch noch als bester Ersatzspieler einen Einzelpreis.

Finanziell wurde die Mannschaft von folgenden Sponsoren unterstützt:
Herrn Matthias Wissmann MdB, Goethe-Gymnasium Ludwigsburg, Stadt Ludwigsburg, Allianzbüro Schreibusch, Kreissparkasse Ludwigsburg, Fa. Diezel Bedachungen, Fa. Bauer aus Tamm, Frau Tigges (Physiotherapie Plus Tamm). Die Fa. Aspekte Werbemittel aus Poppenweiler stattete die Mannschaft mit entsprechenden T-Shirts aus und die Fa. Fontanis unterstützte die Mannschaft während des Turniers mit Getränken. Herzlichen Dank für diese tolle Unterstützung.


Die Mannschaft wurde von Roland Dolensky (Schachclub Tamm) und Beate Lange betreut.

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